Weltweite Lichterwelle für verstorbene Kinder

Zum Weltgedenktag für verstorbene Kinder vom 8. Dezember 2019

*Worldwide Candle Lighting* | *Weltweite Lichterwelle*

Eine Kerze für den kleinen Federico – weltweite Lichterwelle für verstorbene Kinder

Am 8. Dezember 2019 zünden auf der ganzen Welt Menschen Kerzen in Gedenken an ihre verstorbenen Kinder an. Auch in der Schweiz werden um 19h00 in vielen Fenstern Kerzen und Lichter brennen und so der Liebe um die verstorbenen Kinder, der Trauer und auch der Hoffnung Ausdruck verleihen.

Auch Carmela D. wird an diesem Tag ganz besonders an ihren verstorbenen Sohn Federico denken. Federico wäre im Januar vier Jahre alt geworden. Doch unerwartet kam alles anders, wie Carmela D. erzählt: «Ich war kurz vor dem Geburtstermin, wir waren voller Vorfreude und es ging uns gut». Als sie zur Entbindung ins Spital kommt, geht plötzlich alles schnell: Die Nabelschnur liegt mehrmals um den Hals und Federico wird per Notfallkaiserschnitt auf die Welt geholt. «Als ich ahnungslos aus der Vollnarkose erwachte, musste mein Mann mir sagen, dass unser Sohn tot ist.» Noch heute zittert Carmela D., wenn sie an diesen schrecklichen Moment denkt. «Es war unglaublich schwer, diesen Schock und die Trauer, die folgte, zu überleben».

«Zum Glück wurden wir im Spital sorgsam betreut.» Und doch: viele Fragen bleiben. Die Trauer um ihr Kind, das sie nie richtig kennen lernen durfte, bricht immer wieder hervor. «Dieses Jahr habe ich nun eine Gesprächsgruppe mit anderen betroffenen Eltern besucht. Das war mir eine grosse Stütze. Der Austausch unter Müttern und Vätern, die das gleiche erlebt hatten, hat so gutgetan. Wir verstanden einander, obschon wir uns kaum kannten und obwohl das Geschehene ganz unterschiedlich lange her war. Die Fachperson, welche unsere Gruppe begleitete, hat sehr viel Erfahrung in der Begleitung von trauernden Eltern. Sie konnte uns immer wieder auffangen und uns Halt geben. Das war unglaublich wertvoll und hat mir geholfen, ein versöhnliches Weiterleben zu finden. Federico ist immer in meinem Herz und in unserer Familie dabei und begleitet uns.»

Am 8. Dezember wird Carmela D. zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei lebenden Kindern eine Kerze in Gedenken an ihren verstorbenen Sohn Federico in ihr Fenster stellen und so Teil der weltweiten Lichterwelle für verstorbene Kinder sein.

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Die Begleiteten Gesprächsgruppen «Weiterleben nach dem Verlust eines Kindes» für Mütter und Väter, deren Kind während der Schwangerschaft, unter der Geburt oder in der ersten Lebenszeit gestorben ist, werden von kindsverlust.ch in Bern, Zürich, Basel, St. Gallen, Winterthur, Luzern und im Oberwallis angeboten.

Alle Informationen zu Gesprächsgruppen unter
www.kindsverlust.ch

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Kostenloser Beratungsdienst für betroffene Eltern:
Jeden Dienstag und Donnerstag von 8h30 – 11h30 berät die Fachstelle kindsverlust.ch vom Verlust eines Kindes betroffene Eltern und begleitende Fachpersonen telefonisch unter
031 333 33 60
oder per Mail an fachstelle@kindsverlust.ch
www.kindsverlust.ch/beratung

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Die Fachstelle kindsverlust.ch setzt sich ein für die nachhaltige Unterstützung beim Tod eines Kindes während der Schwangerschaft, rund um die Geburt und in der ersten Lebenszeit. Dazu bilden wir die Fachpersonen der involvierten Berufsgruppen weiter und vernetzen diese, beraten und unterstützen betroffene Familien und sensibilisieren die Öffentlichkeit. Wir verstehen uns als Schweizerisches Kompetenz- und Ausbildungszentrum beim frühen Kindsverlust. kindsverlust.ch ist eine unabhängige, spenden-finanzierte Non-Profit-Organisation.

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Kontakt
Anna Margareta Neff (Leiterin Fachbereich kindsverlust.ch, Hebamme und Trauerfachfrau)
fachstelle@kindsverlust.ch
031 333 33 60

Stefanie Schmid (Leiterin Organisation & Öffentlichkeitsarbeit kindsverlust.ch)
stefanie.schmid@kindsverlust.ch
078 632 84 30

Bei Fragen:
Madlaina Zindel
Mitarbeiterin kindsverlust.ch, Hebamme FH

kindsverlust.ch
Fachstelle Kindsverlust während Schwangerschaft, Geburt und erster Lebenszeit
Belpstrasse 24, 3007 Bern
031 333 33 60
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Damit Leben gelingt – trotz allem!

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Diese Infos als Flyer (PDF) ⇒ hier klicken.

Du fehlst | Eine Anthologie mit Trauergeschichten

Die folgende Geschichte von Jana D., die sie für ihren Sohn Lars geschrieben hat, ist nur eine von fünfzig ausgewählten Texten der am 20. Juli 2018 erschienenen Anthologie DU FEHLST. Eine wunderschön illustrierte Sammlung von Geschichten über Verluste, Sterben, Trauer und Tod.

Wir hoffen, dass viele Menschen dieses Buch lesen, teilen, verschenken und sich bewusster und intensiver mit unser aller Vergänglichkeit auseinandersetzen.

Buchcover mit Titel, Untertitel, Herausgeberschaft und in der Mitte einer verblühten weißen Lilie, halb fotografiert, halb gezeichnet.

Ohne dich

Als du auf einmal nicht mehr da warst, blieb die Welt nicht stehen. Auch mein Atem floss weiter und sogar mein Herzschlag setzte nicht aus. Heute jedoch bekomme ich kaum Luft, wenn das Leben besonders scharfkantig auftritt. Auch das Holpern kam erst später.

Als du auf einmal nicht mehr da warst, sah meine Welt noch fast gleich aus wie vorher. Aber nichts passte mehr.

Seit du nicht mehr da bist, ist da, wo du warst, nur noch dieses Loch. Auch nach all den Jahren ist deine Absenz zuweilen schier unerträglich.

Du fehlst mir.

Deine Stimme, wenn du „Mama!“ sagtest. Wie du es sagtest. Wie ein Lied. Ach, und deine Stimme, wenn du beim Spielen mit deinen Kuscheltieren vor dich hin gesungen hast.

Und wie du mir vorgesungen hast, dass du mich lieb hast. Nur wenige Wochen, bevor du für immer gegangen bist.

→ Weiterlesen im Buch DU FEHLST …

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60% des Erlöses gehen an Hospize und helfen so Menschen dabei, Leben, Abschied und Sterben so würdig wie möglich zu gestalten

Einen Blick ins Buch gibt es auf der Verlagsseite > q5-verlag.de. Diese Anthologie ist in allen Buchhandlungen erhältichlich und kann auch über das Team Girasol bezogen werden.

ISBN: 978-3-9819857-0-2
Hardcover. € 19.99/ca. 24 Fr.
Erschienen bei q5-verlag, Juli 2018

Zwischenweltenraum | Trauerretreat

Retreat mit Carmen Liem & Silke Szymura

Termin: 30. Mai – 03. Juni 2018 (Fronleichnam)
Anreise: Ab 17:00 – Beginn mit dem Abendessen um 18:00
Abreise: Voraussichtlich 13:00
Ort: Schloss Bettenburg
Kosten: 380 – 480 Euro nach Selbsteinschätzung zzgl. Über-
nachtung und Verpflegung

Mehr Infos:

Anmeldung: Per Mail an kontakt((ät))zwischenweltenraum((punkt))de
http://zwischenweltenraum.de

Zum Flyer bitte → hier klicken

Weitertragen | Wege nach pränataler Diagnose

Weitertragen | Wege nach pränataler Diagnose

Begleitbuch für Eltern, Angehörige und Fachpersonal
Unterstützung zur Entscheidungsfindung
und Begleitbuch für die weitere Schwangerschaft

Im März 2018 stellen die Autorinnen Carolin Erhardt-Seidl und Kathrin Fezer Schadt ihr neues Buch erstmals der Öffentlichkeit vor.

Gleichzeitig finden Veranstaltungen zum deutschlandweiten Schulprojekt „Aufklärung PND“ (Gesundheit aktiv e.V., Kathrin Fezer Schadt, Bewusstseinswissenschaften: Projekt Dr. Ulla Franken) statt.
Die Details zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie hier ⇒ http://blog.weitertragen-buch.de/

Presse- und Veranstaltungsanfragen unter presse[ät]weitertragen-buch.de
Das Buch kann über den Verlag oder die Autorinnen bestellt werden.
Mehr Infos gibt es hier: http://weitertragen.info/

Aktuelles (Archiv)

Infos über neue Angebote & Publikationen

Lesung aus »Lilium Rubellum« und »Weitertragen« und
Filmpremiere Schulprojekt PND in Berlin
>>> 28. und 29. August <<<

Mit Carolin Erhardt-Seidl, Kathrin Fezer Schadt (Autorinnen), Dörte Grimm (Filmemacherin) und Dr. Lars Garten (Charité).


[Mehr Infos …]


Du fehlst | Geschichten von Leben und Tod. Anthologie
Herausgegeben von Ayşe Bosse und Petra Schaberger

Texte, die ermutigen, sich bewusster und intensiver mit unser aller Vergänglichkeit auseinandersetzen. 60% des Erlöses gehen an Hospize.
Einen Blick ins Buch gibt es auf der Verlagsseite > q5-verlag.de.
ISBN: 978-3-9819857-0-2
Hardcover. € 19.99/ca. 24 Fr.
Erschienen bei q5-verlag, Juli 2018

Buchcover mit Titel, Untertitel, Herausgeberschaft und in der Mitte einer verblühten weißen Lilie, halb fotografiert, halb gezeichnet.


Das Zwischenweltenraum-Team lädt ein zum Trauerretreat

Termin: 30. Mai – 03. Juni 2018 (Fronleichnam)
Anreise: Ab 17:00 – Beginn mit dem Abendessen um 18:00
Abreise: Voraussichtlich 13:00
Ort: Schloss Bettenburg
Leitung: Carmen Liem & Silke Szymura
Kosten: 380 – 480 Euro nach Selbsteinschätzung zzgl. Über-
nachtung und Verpflegung

Mehr Infos

Anmeldung: Per Mail an kontakt((ät))zwischenweltenraum((punkt))de
http://zwischenweltenraum.de

Zum Flyer bitte → hier klicken


Weitertragen | Wege nach pränataler Diagnose

Begleitbuch für Eltern, Angehörige und Fachpersonal
Unterstützung zur Entscheidungsfindung
und Begleitbuch für die weitere Schwangerschaft

Im März 2018 stellen die Autorinnen Carolin Erhardt-Seidl und Kathrin Fezer Schadt ihr neues Buch erstmals der Öffentlichkeit vor.

Gleichzeitig finden Veranstaltungen zum deutschlandweiten Schulprojekt „Aufklärung PND“ (Gesundheit aktiv e.V., Kathrin Fezer Schadt, Bewusstseinswissenschaften: Projekt Dr. Ulla Franken) statt.
Die Details zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie hier ⇒ http://blog.weitertragen-buch.de/

Presse- und Veranstaltungsanfragen unter presse[ät]weitertragen-buch.de
Das Buch kann über den Verlag oder die Autorinnen bestellt werden.
Mehr Infos gibt es hier: http://weitertragen.info/


Schreibwettbewerb
Weil Du mir so fehlst | Geschichten von Leben und Tod

Da ist das Loch. Mitten in uns. Der geliebte Mensch verschwunden, und wie aus einem Vulkan schleudern aus unserem schwarzen inneren Krater heiße Gefühle hinauf.
WettbewerbslogoManchmal so eruptiv, dass man sich festhalten möchte und dass die Tränen verdampfen. Andere werfen mit Kraft in den Abgrund ihr „Warum“, hoffend auf Echo. Aber nichts fällt, es bleibt wolkenleicht vor der Stirn, verhängt die Gedanken und denkt gar nicht daran hinabzustürzen. Einige von uns werden deshalb wütend, andere können nur noch: einatmen – ausatmen. Nichts weiter.

Es gibt soviele Schattierungen der Trauer, erzählt uns davon. Erzähle wie Du es erlebt hast und auch was Dir half. Vielleicht ist Deine Geschichte für andere Trost.

Start ist am Totensonntag den 26. November 2017 bis Frühlingsanfang 20. März 2018

Hier lang geht es zu den Teilnahmebedingungen.
Weitere Infos gibt es hier: Bitte → klicken.


Inklusives Leben lernen
Schulprojekt zur Aufklärung über Pränataldiagnostik gestartet

PRESSEMITTEILUNG | Berlin, 07. September 2017 – Schwangerschaftsvorsorge stellt Frauen und ihre Familien oft vor große Herausforderungen: Wenn der Verdacht auf einen möglicherweise krankhaften Befund beim Fötus geäußert wird, stehen viele Betroffene alleine da und fühlen sich zu Unrecht zu Maßnahmen gedrängt, von denen sie vorher nie gehört hatten. Experten und Betroffene fordern bereits im Vorfeld mehr Aufklärung über die Vorteile und Risiken der Pränataldiagnostik. Denn je ausführlicher und frühzeitiger darüber aufgeklärt wird, welche Entscheidungen auf Schwangere und ihre Partner zukommen, umso besser vorbereitet können diese darüber entscheiden, was und wie viel sie über ihr ungeborenes Kind wissen möchten. Nun startet das Schulprojekt „Aufklärung Pränataldiagnostik“, in dem Schülerinnen und Schülern nicht nur Wissen zu diesem Thema vermittelt wird, sondern in dem sie auch eigene Erfahrungen in der Begegnung mit ExpertInnen, Schwangeren, betroffenen Eltern sammeln werden.

Mit Beginn des neuen Schuljahres werden sich die Schülerinnen und Schüler der Oberstufenklassen der Johannes-Schule-Berlin (Freie Waldorfschule in Schöneberg), der Annemarie-Lindner-Schule in Nagold und dem Marien-Gymnasium in Kaufbeuren mit dem Thema der vorgeburtlichen Untersuchungen auseinandersetzen. Dabei steht die eigenständige Recherche im Lebensumfeld im Mittelpunkt. In Gesprächen und Interviews mit Betroffenen, ÄrztInnen und ExpertInnen, werden sie über mehrere Wochen hinweg in diesem Bereich persönliche Erfahrungen sammeln und filmisch dokumentieren. Im Frühjahr 2018 sollen die Ergebnisse sowie der Film von den Schülern bei einer öffentlichen Veranstaltung in Berlin präsentiert werden.

Wie können junge Menschen lernen, kompetente Entscheidungen zu treffen, bevor sie eine Familie gründen? Das war die Ausgangsfrage für das Projekt, das von GESUNDHEIT AKTIV e. V. zusammen mit der Autorin Kathrin Fezer Schadt und dem „Projekt Dr. Ulla Franken“ der Stiftung Bewusstseinswissenschaften ins Leben gerufen wurde.

„Während der langjährigen Betreuung von Eltern innerhalb und nach Problemschwangerschaften, hat sich mir gezeigt, dass die Vor- und Nachteile der Pränataldiagnostik nicht kritisch genug hinterfragt werden. Nach einem auffälligen Befund findet heute in den meisten Fällen ein Schwangerschaftsabbruch statt. Auch deshalb, weil oft nicht die Alternativen aufgezeigt werden, wie zum Beispiel eine palliative Geburt oder Wege, wie sich ein Leben mit einem behinderten Kind gestalten lässt“, sagte Kathrin Fezer Schadt im Rahmen der Lesung am 06. September, die als offizieller Auftakt des Schulprojekts bei GESUNDHEIT AKTIV e. V. in Berlin stattfand. „Genau das war auch meine Intention, um an die Öffentlichkeit zu gehen. Ich wollte zeigen, dass das Leben mit einem behinderten Kind nicht bedeutet, dass das eigene Leben vorbei ist – und, dass nicht die Behinderungen das Leben erschweren, sondern die Art, wie unsere Gesellschaft mit Menschen mit Behinderung umgeht. Alle reden von Inklusion, aber bis wir sie wirklich leben, ist es noch ein weiter Weg“, ergänzt die Autorin Mareice Kaiser. Auch sie wurde von GESUNDHEIT AKTIV e. V. zu dem Abend eingeladen, um aus ihrem Buch „Alles Inklusive“ vorzulesen.

Im Anschluss sprachen die Autorinnen gemeinsam mit den zahlreichen Gästen und Schülerinnen und Schülern aus Berlin unter anderem auch darüber, wie ein Leben mit Behinderung bewertet wird und wie eine würdevolle und professionelle Begleitung betroffener Eltern aussehen kann. Mit dabei war auch die Berliner Filmemacherin Dörte Grimm, die die Projektphase an den Schulen filmisch begleiten wird. Der Film wird von der Initiative REGENBOGEN „Glücklose Schwangerschaft e. V.“ gefördert.

„Wir hoffen“, so die Initiatoren, „dass wir einen Impuls setzen können, der auch andere Schulen motiviert, den Biologie- und den Ethikunterricht praktisch zu nutzen. So könnten Frauen und Familien darin gestärkt werden, ihren eigenen Weg zu gehen – auf der Basis einer guten Aufklärung und von frühen persönlichen Erfahrungen.“

Mehr Informationen zum Thema Pränataldiagnostik unter www.gesundheit-aktiv.de/kompetent-entscheiden

Über GESUNDHEIT AKTIV

GESUNDHEIT AKTIV e. V. vertritt unabhängig und gemeinnützig die Interessen von BürgerInnen und PatientInnen in gesundheitsrelevanten Fragen. Die bundesweiten Aktivitäten des Bürger- und Patientenverbands zielen darauf ab, ein solidarisches Gesundheitswesen und eine ganzheitliche Medizin zu fördern. 1952 gegründet, zählt GESUNDHEIT AKTIV heute rund 8.000 Privatpersonen und etwa 100 Organisationen zu seinen Mitgliedern.

Kontakt
Dr. Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführender Vorstand
GESUNDHEIT AKTIV e. V. – Anthroposophische Heilkunst
Gneisenaustr. 42
10961 Berlin
Telefon 030 / 695 68 72-0
presse@gesundheit-aktiv.de
www.gesundheit-aktiv.de


Erfahrungen mit behinderten Kindern und Sternenkindern
MI 6. SEP 2017 | 19.30 UHR

oben: Lachendes Mädchen mit Downsyndrom, unten: Infos zur Veranstaltung„96 Prozent aller Kinder kommen gesund zur Welt. Meine Tochter gehört zu den anderen vier Prozent.“

Alles Inklusive ist ein Buch, das mitnimmt – in einen außergewöhnlichen Familienalltag. Elternwerden hatte sich Mareice Kaiser anders vorgestellt: Ihre erste Tochter kommt durch einen seltenen Chromosomenfehler mehrfach behindert zur Welt. Das Wochenbett verbringen sie im Krankenhaus, statt zur Krabbelgruppe gehen sie zum Kinderarzt. Mareice Kaiser erzählt von der Unplanbarkeit des Lebens, vom Alltag zwischen Krankenhaus und Kita, von ungewollten Rechtfertigungen, dummen Sprüchen, stereotypen Rollenverteilungen, bürokratischem Irrsinn und schwierigen Gewissensfragen.
Ihr Blog: kaiserinnenreich.de

Kathrin Fezer Schadt liest aus ihrem Roman Lilium Rubellum, in dem sie auf eindrücklich poetische Weise die Geschichte einer zunächst ungewollten Schwangerschaft und des Umgangs mit der Diagnose einer kindlichen Behinderung erzählt. Denn mehr und mehr versetzen die moderne Medizin und die diversen Früherkennungsverfahren den Menschen in Situationen, in denen er Entscheidungen trefen muss, deren Konsequenz er kaum in der Lage ist zu überblicken.
Zu ihren Texten: Bitte → hier klicken

Lesung und Gespräch mit den Autorinnen
Kathrin Fezer Schadt & Mareice Kaiser
MI 6. SEP 2017 | 19.30 UHR
ORT: GESUNDHEIT AKTIV e. V. | Gneisenaustr. 42, 10961 Berlin
EINTRITT: frei.
Über Spenden freuen wir uns!

Barrierefreier Zugang zum Veranstaltungsraum
Anmeldung erbeten an veranstaltung@gesundheit-aktiv.de
Zum Flyer (DPF): Bitte → hier klicken.


Vortrag und Gespräch: Kindsverlust. Wenn Geburt und Tod zusammenfallen
Mittwoch, 3. Mai 2017, 18.30 Uhr
Abdankungshalle beim Eingang Friedhof Sihlfeld D
8003 Zürich

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Der Anlass ist eine Kooperationsveranstaltung von Friedhof Forum, Paulus Akademie und kindsverlust.ch. Er richtet sich Eltern, deren Kind in der Schwangerschaft oder rund um die Geburt verstorben ist, aber auch an Angehörige, Mitbetroffene und Fachleute.
Zum Flyer (PDF): Bitte → hier klicken


Autorenlesung mit anschließendem Podiumsgespräch
zu Pränataldiagnostik und Palliativversorgung in der Neonatologie
mit Kathrin Fezer Schadt

Wann: Donnerstag, 8. Dezember, 19.30 Uhr
Wo: GESUNDHEIT AKTIV e.V. | Gneisenaustr. 42, D-10961 Berlin
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Mehr und mehr versetzen die moderne Medizin und die diversen Früherkennungsverfahren den Menschen in Situationen, in denen er

Entscheidungen treffen muss, deren Konsequenzen er kaum in der Lage ist zu
überblicken. Ausgehend von Kathrin Fezer Schadts Roman Lilium Rubellum, in dem
die Autorin auf eindrücklich-poetische Weise die Geschichte einer zunächst
lilium-rubellum_lesung-081216_flyer-s1ungewollten Schwangerschaft und des Umgangs mit der Diagnose einer kindlichen Behinderung erzählt, werden Experten in einem anschließenden Gespräch den Fragen nachgehen, wieviel Wissen notwendig ist, wie wir mit Informationen umgehen lernen und welche Begleitung hier notwendig wäre.

Podiumsgespräch mit der Autorin Kathrin Fezer Schadt sowie
Kirsten Achtelik, freie Journalistin und Autorin
Dr. med. Lars Garten, Ärztlicher Leiter des Palliativteams Neonatologie der Charité
Angelika Maaser, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Naturheilverfahren
Moderation: Stefan Schmidt-Troschke

Link zur Pressemitteilung vom 9. Dezember 2016 zu obiger Lesung
(Scrollen bis zu Durchgecheckt im Mutterleib)


Trosthandbuch von Barbara Walti

trosthandbuchGibt es ein Leben nach dem Leben? Kann man je über den Tod eines geliebten Menschen hinwegkommen? Wenn ja, wie?

Barbara Walti, Autorin von trosthandbuch, erzählt in ihrem Buch von den Antworten, die sie aufgrund ihrer persönlichen Suche gefunden hat. Sie schreibt von ihrer Zeit nach dem Tod ihres Sohnes und von den Wegen die sie gegangen ist, um diesen Verlust zu verarbeiten.

2014 starb Barbara Waltis 15jähriger Sohn an einer Waldparty an den Folgen von Drogenkonsum und unterlassener Hilfeleistung.
www.barbarawalti.ch

TAGESWORKSHOPS mit Barbara Walti
Autorin des TROSTHANDBUCHes
nach Absprache

Infos:
trosthandbuch@barbarawalti.ch


Sternennest – eine Bestattungsmöglichkeit für stillgeborene Kinder

Eltern können heute auch stillgeborene Kinder bestatten lassen. Nur wie?
Durch Recherchen über Rituale und Bestattungsmöglichkeiten stillgeborener Kinder und aus Gesprächen mit anderen Betroffenen entwickelten wir die „Sternennester“, die wir Ihnen hier vorstellen. Damit können die Eltern ihr Kind weich umhüllt und beschützt in einen Sarg legen. Unsere Nestchen sind aus reiner Merinowolle gefertigt, ein sehr weiches Material. Sie werden von einer Berliner Designerin in Handarbeit gefilzt und mit liebevollen kleinen Details versehen.
Sie bieten die Möglichkeit, ein Kind in Würde gehen zu lassen. Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie groß die Trauer und Überforderung sein kann, wenn man ein so kleines, zartes Wesen auf die Welt bringt und es weggeben muss. Und wie stark der Wunsch ist, es in ein Nest zu betten. So entstand das erste „Sternennest“.
Sehen Sie selbst: hier klicken zur Sternennest-Seite


Grosseltern, die ein Enkelkind verloren haben, vernetzen sich
Im September 2010 haben wir nach 4 Jahren Kampf gegen seinen Krebs
unseren kleinen Enkel Till Noah verloren.
Wir als Grosseltern haben in dieser Zeit alles gegeben, um die Familie meiner Tochter zu unterstützen und Tills Leben noch so bunt und fröhlich wie möglich zu belassen.
So gerne hätte ich in dieser Zeit mehr Möglichkeiten zum Kontakt mit andern betroffenen Grosseltern gehabt.(…) Deshalb habe ich entschieden, ein Angebot zu schaffen, dass Grosseltern sich vernetzen können. Und ich möchte diese Information in alle deutschsprachigen Länder schicken. Die Tragik eines solchen Schicksal ist ja grenzüberschreitend.
www.sternenkinder-grosseltern.ch


Trost für Menschen, die einen Menschen verloren haben
(international)

Die Seite Trauernetz.com spricht, analog zu dieser Seite, Menschen mit Trauererfahrungen an. Sie richtet sich allerdings nicht explizit an trauernde Eltern.
www.trauernetz.com


Basis-Seminare Trauer & Emotionskultur
für betroffene Menschen (und für Fachpersonen)

Jeweils von Freitagnachmittag bis Sonntagnachmittag in Trogen bei St.Gallen.
Infos unter: traurig.ch Fachstelle und Schule für Trauer und Emotionskultur,
Alfred Strebel Weg 4, 8047 Zürich
Tel. 043 819 37 32
info@traurig.ch & www.traurig.ch

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Kinder- und Familienseminar
„Die Reise durch das Land der Gefühle

im Schloss Glarisegg in Steckborn am Bodensee, zwei Wochen vor Weihnachten von Freitagabend bis Sonntagmittag.

Für Familien, die vom Tod oder von Krankheit/Behinderung eines Familienmitgliedes betroffen sind und mit Trauer, Wut und anderen Lebenswichtigen Gefühlen leben wollen. Infos unter: traurig.ch Fachstelle und Schule für Trauer und Emotionskultur,
Alfred Strebel Weg 4, 8047 Zürich
Tel. 043 819 37 32
info@traurig.ch & www.traurig.ch

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„Marco entdeckt seine Gefühle“
Speziell für Kinder und Familien
haben wir dieses Bilder- und Arbeitsbuch geschaffen
Zu beziehen bei traurig.ch Fachstelle und Schule für Trauer und Emotionskultur, Postfach, 8047 Zürich
www.traurig.ch


Roland Vögtli hat den Tod seines Sohnes Noël literarisch und fotografisch verarbeitet. Sein Buch heisst: Sternspuren.
siehe: http://www.punctumsaliens.ch/exhibitionsD.html
Als Resümée seiner Buchpräsentation hat Roland Vögtli ein paar Impressionen aus dem Ausstellungsraum zusammen gestellt. http://www.punctumsaliens.ch/exhibitions/sternspuren/index.html (Bildergalerie und Quicktime slideshow).


Ein interessanter Artikel zur Arbeit von Dr. Jorgos Canacakis – dem bekannten Trauerforscher, Buchautor und Seminarleiter in Sachen Trauerarbeit – ist im „Zeitpunkt“ Nr. 88 (ab Seite 52) zu finden.
(zum Artikel…)


Für Kontakt und Folgen übernehmen wir ausdrücklich keine Haftung!
Team Girasol

Leben inklusive – Mareice Kaiser & Kathrin Fezer Schadt lesen in Berlin

Erfahrungen mit behinderten Kindern und Sternenkindern
MI 6. SEP 2017 | 19.30 UHR

oben: Lachendes Mädchen mit Downsyndrom, unten: Infos zur Veranstaltung

„96 Prozent aller Kinder kommen gesund zur Welt. Meine Tochter gehört zu den anderen vier Prozent.“

Lesung und Gespräch mit den Autorinnen
Kathrin Fezer Schadt & Mareice Kaiser
MI 6. SEP 2017 | 19.30 UHR
ORT: GESUNDHEIT AKTIV e. V. | Gneisenaustr. 42, 10961 Berlin
EINTRITT: frei.
Über Spenden freuen wir uns!

Barrierefreier Zugang zum Veranstaltungsraum
Anmeldung erbeten an veranstaltung@gesundheit-aktiv.de

Zum Flyer (PDF): bitte → hier klicken.

Alle reden über Trauer

Auch auf dem Blog In stiller lauter Trauer ist Raum für Trauer.

Silke, die Blogbetreiberin, lädt alle dazu ein, sich über Trauer Gedanken zu machen und diese in beliebiger Form (Text, Film, Podcast) in euren Blogs zu teilen.

Mehr über >>> Alle reden über Trauer <<< bitte hier oder aufs Bild klicken.

Logo der Blogaktion Alle reden über Trauer

Trauern im Alltag

Im letzten Artikel haben wir unsere neue Idee vorgestellt, hier sporadisch über die Trauerarbeit im Alltag zu berichten. Darum haben wir inzwischen einige Fragen formuliert, die dir zum einen dabei helfen sollen, dich deiner Trauer bewusst zu stellen. Zum anderen aber wollen wir dich auch ermutigen, deinen Gedanken und Gefühlen Worte zu verleihen, denn aus Erfahrung hilft Selbstausdruck dabei, bewusster zu trauern.

Wenn du willst, kannst du uns deinen Text zuschicken, damit wir ihn hier veröffentlichen. Maile ihn bitte an info[ät]elterntreffpunkt-girasol[dot]ch.

Hier findest du unsere Fragen als PDF und hier als Textdokument.

Diese Fragen sind selbstverständlich unverbindlich, können dir aber dabei helfen, klarer zu sehen. Falls du Hilfe auf deinem Trauerweg brauchst, scheue dich nicht, dich bei uns zu melden. Bitte beachte dazu auch unsere Links, insbesondere unser ehrenamtliches Angebot.

Erinnern

Mit diesem Relaunch der alten Girasol-Seite wollen wir dem Thema Wenn Kinder sterben einen neuen Raum geben. Raum für ihr Leben und ihr Sterben; und Raum für ihren Tod und unseren Umgang mit ihm.

Hier – im dynamischen Teil, im Blog – hat es Platz für eure, für Ihre, für deine Texte.

Das können Erinnerungen sein und Briefe an dein, Ihr, euer Kind, doch auch Essays zum Tod von Kindern, Berichte zum Tod von Geschwistern, Fragen, Diskussionen sollen hier angesprochen werden.

Berichte, Mails und Fragen bitte an info[ät]elterntreffpunkt-girasol[dot]ch.

Zum ersten Todestag von Nils

geboren am 12. Dezember 2001, gestorben am 21.Juni 2003

Lieber Nils

Nun ist es schon ein Jahr her, dass Du von uns ‚gegangen‘ bist. Auf dem Kalender schon ein Jahr, im Herzen aber kommt es mir vor, als ob es eben erst geschehen ist. Mit jedem Tag, der näher an Deinen Todestag kam, kamen auch die Erinnerungen und der Schmerz!

nils1  nils2

Wir haben alles vorbereitet für die Ferien, Du warst so zufrieden, hast noch geschlafen im Auto, es war eine gute Fahrt!

Ich sehe immer wieder Dein Gesicht vor mir, wie Du mit Deinen paar Zähnen strahlst , eben wie ein kleines Schlitzohr, Du warst immer so fröhlich und konntest alle um Deine Fingerchen wickeln. Du wolltest immer in den Armen von Deinem Papi oder mir sein, Du warst ein Schmuser. Dann aber kommen mir wieder die weniger schönen Erinnerungen; Der Unfall; als das Rad Dich überrollt hat, die Benachrichtigung an all Deine Verwandten, der Abschied von Dir, als Du schon in den Sarg gebettet warst und dann noch die Beerdigung!

Obwohl das auch Bilder von Dir sind und ebenfalls zur Erinnerung gehören, würde ich gerne genau diese Bilder aus meinen Gedanken streichen!

Mein kleiner Schatz, ich stehe jeden Abend am Fenster und schaue nach den Sternen und beim hellsten Stern bleibe ich „hängen“ und denke, der wärst Du!

Ich spreche mit Dir und bete mir Dir, schicke Dir tausend Küsse und tausend ‚Drückeli‘ wie Du sie auch so gerne gabst. Ich hoffe sehr, dass es Dir gut geht und Du jemanden gefunden hast, der Dich in die Arme nimmt!

Dein Bruder Sven hat mir einmal am Morgen von einem Licht in seinem Zimmer erzählt, von dem er wach wurde  und das weg ging als er nachschaute! Ich bin mir sicher: Du warst da!  Ich hoffe sehr, dass es noch mehr von diesen Momenten in unserem Leben gibt.

Und egal wie lange es noch geht, ich freue mich auf unser Wiedersehen!

Wir lieben und  vermissen Dich und drücken Dich in Gedanken ganz fest an uns!!

Mami, Papi & Sven

© by br/juni 04/© by girasol-team

Zur Erinnerung an Matthias

geboren am 1. September 1974, gestorben am 30. Juni 1996

matthias1Der Tag an dem Matthias starb, war ein Sonntag. Der dreißigste Juni 1996. Sein letzter Tag begann morgens um elf Uhr. Es war höchste Zeit, denn wir – das waren mein Mann, Markus, Matthias und ich – feierten mit Tanten, Onkels, Neffen, Cousins und Freunden den 75. Geburtstag der Oma, meiner Mutter. Sie hatte die ganze Verwandtschaft zum Mittagessen eingeladen und wir waren zum ersten Mal seit Stephans Beerdigung wieder in dieser Runde beisammen.

Ich war überrascht und glücklich, wie Matthias sich mit seinem Bruder und seinen Cousins unterhielt. So fröhlich und gutgelaunt hatte ich ihn schon seit langem nicht mehr gesehen.

Die letzten drei Jahre waren für uns alle schwer und ich machte mir vor allem um Matthias grosse Sorgen. Zwei Wochen vor dem Tod des Bruders hatte er einen Unfall, bei dem er schwere Verletzungen davon trug. Er hatte diese Schmerzen, die Angst und den Schock nie richtig verarbeiten können, weil die Trauer um den Bruder alles verdrängte. Unser Jüngster wurde still und wortkarg, lachte selten und sprach nie über dieses Geschehen. Zum Glück hatte er gute Freunde, die ihn immer wieder besuchten oder ihn mitnahmen. An diesen Sonntag aber war er fast wie früher und ich schaute immer wieder meine fröhlichen Söhne an. Es schien, als ob wir das Schlimmste überstanden hatten.

Alle drei Brüder hatten Motorräder und obwohl Stephan bei einem Motorradunfall ums Leben kam, hatte Matthias mit großem Eifer eine alte „Maschine“ restauriert. Ich war froh, dass er überhaupt an irgend etwas Freude hatte und hoffte gleichzeitig, dass er nie damit fahren würde. Zwei Wochen vor diesem Sonntag war er damit fertig und zeigte mir voller Stolz sein Prachtstück. Natürlich waren mein Mann und ich voller Sorge, aber als ich von meiner Abneigung gegen die Motorräder davon Markus erzählte, fragte er mich: „ Wenn Stephan mit dem Auto verunglückt wäre, würdest du dann sagen, dass wir nicht mehr Auto fahren sollen…?“

Außerdem – ES würde – konnte – durfte – nicht noch einmal passieren….

Matthias besuchte an diesem Abend seinen Freund Achim und wollte spätestens um 22 Uhr 30 zu Hause sein. Im Fernsehen wurde die Fußballeuropameisterschaft übertragen und Deutschland gewann. Man hörte das Jubeln, Schreien und Autohupen bis ins Haus. Um 23 Uhr wurde ich unruhig – er wollte doch schon da sein!

Markus und Manfred beruhigten mich: „Die Freunde feiern halt ein bisschen…“ Aber ich hatte Angst, große Angst und ich wußte jede Minute mehr, dass etwas fürchterliches, dass ES wieder geschehen war. Mein Kopf, mein Körper, mein Herz, meine Seele – sie waren gelähmt von diesem Wissen.

Um 23 Uhr 30 hörte ich Autotüren zuschlagen, ich hörte Schritte und sah eine Taschenlampe, die das Namensschild an unserer Tür suchte. Mir wurde eiskalt, ich wollte diese Menschen nicht sehen und schon gar nicht hören. Ich wußte ja, was sie mir sagen würden: MATTHIAS IST TOT…

Und sie sagten es – Matthias ist tot.

Ich wollte wissen – wie – wann – wo – warum – und verstand nichts, in mir war Totenstille. Ich wollte weinen und war stumm – ich suchte Trost und wollte trösten – ich wollte allein sein und klammerte mich an Markus und Manfred. Irgendwann würde ich aus diesem Alptraum erwachen – bestimmt und alles wäre wie zuvor. Das konnte doch nicht sein, wir können das nicht noch einmal aushalten! Mein Bruder und seine Frau kamen und Freunde. Alle versuchten zu trösten und zu verstehen – und alle waren fassungslos.

Er war doch erst doch erst vor ein paar Stunden winkend weggefahren – und sollte nie mehr nach Hause kommen – wie Stephan?

Ich wollte wissen, wie Matthias starb und ein Polizist berichtete uns:

  • Matthias war auf der Straße nach Hause.
  • ein LKW-Fahrer übersah ihn und er schleifte ihn auf dem Motorrad 35 m mit.
  • Das Motorrad fing Feuer.
  • Matthias verbrannte unter dem LKW.

Keiner aus der Familie durfte ihn noch einmal sehen, niemand hat ihn gestreichelt und einen letzte Kuss gegeben. Keiner hat ihm Liebesworte ins Ohr geflüstert oder etwas mitgegeben auf seinem letzten Weg. Auch Markus konnte sich von seinem Bruder nicht mehr verabschieden.

Ich weiß nicht, was Matthias dachte und fühlte, ob er Todesangst hatte oder Schmerzen. Wusste er, dass er jetzt sterben würde und dachte er da an uns?Meine Vorstellung übertrifft wahrscheinlich die Wirklichkeit.

Als diese endlose Nacht vorbei war, sind wir an die Stelle gefahren, wo Matthias starb. Wir sahen die 35 m lange Schleifspur und den geschmolzenen Asphalt, wo er verbrannte. Wir fanden Kleiderfetzen, Scherben, Splitter und seinen Haare – Büschel verbrannter Haare, sie lagen im Gulli und am Straßenrand…! Die Taschenuhr, das letzte Weihnachtsgeschenk zeigte unter dem gesprungenen Glas die Uhrzeit an: Es war 22 Uhr 30 als Matthias letzter Tag zu Ende war.

Er wurde 21 Jahre und 10 Monate alt.

© Monika Peter © by girasol-team

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Monika Peter hat ihre Trauer schriftlich verarbeitet und dabei das unten vorgestellte Buch geschrieben:
„Das Leben geht weiter … sagen sie …“

cover_daslebengehtweiter

für mehr Infos hier klicken:
http://www.e-stories.de/buecher-detail.phtml?id=78

Erschienen 2005 – Roch Druck GmbH
104 Seiten (16,5 x 16,5 cm Hardcover) – ISBN: 3000118772
Preis: EUR 15,90

Zur Erinnerung an Stephan

geboren am 11. September 1967, gestorben am 2. Juli 1993

stephanStephans letzter Tag war ein Freitag, der 2. Juli 1993, und Stephan kam wie jedes Wochenende um ca. 19 Uhr nach Hause. Er studierte und wohnte in Ulm und wir sahen uns an diesem Abend nur 2 ½ Stunden, aber ich kann mich noch an jedes Wort erinnern, das wir gesprochen haben.

Es war ein wichtiger Tag für ihn: Er hatte sich endlich entschlossen, das Studium für Elektrotechnik zu beenden und Sozialpädagogik zu studieren.

Stephan wollte mit seiner Freundin nach Eichstätt ziehen. Die Bestätigung für den Studienplatz hatte er an diesem Tag bekommen. Das alles erzählte er uns im „Schnelldurchlauf“, genaueres sollte am Sonntag besprochen werden.

Markus, sein jüngerer Bruder, war Zivi beim BRK und nur Matthias, unser Jüngster (er war Lehrling), kam  täglich heim.Am Wochenende aber war die Familie  komplett, mindestens bei den Mittagessen waren alle da. Abends waren die Brüder natürlich unterwegs, über das wo, wann und wie wurde immer ausgiebig und fröhlich diskutiert.

An diesem Freitag war die Stimmung nicht so locker: Unsere Familie hatte nämlich zwei schlimme Wochen hinter sich. Matthias war mit seinem Motorrad schwer verunglückt, es musste sogar ein Finger amputiert werden. Aber über das Wochenende durften wir ihn nach Hause holen. Die beiden Brüder wollten das am nächsten Tag übernehmen.

Warum Stephan trotzdem einen Brief an Matthias schrieb und ihn noch am selben Tag im Krankenhaus abgab, ist allen ein großes Rätsel. Ahnte er, dass er seinen jüngsten Bruder nie mehr sehen würde? Er wollte sich an diesem Abend mit Freunden treffen und hatte sich dort mit seiner Freundin verabredet. Markus war bei einer Geburtstagsfeier eingeladen. Es herrschte das übliche Suchen nach Schlüsseln, Geldbörsen, Jacken, Schuhen usw… Es war eigentlich wie immer.

Trotzdem war meine Stimmung gedrückt, nicht “nur“ wegen Matthias. Mir ging ein Traum nicht aus dem Kopf, den ich in der Nacht vor diesem Unfall hatte:Ich war im Friedhof und sah zwei Arbeitern zu, die ein Grab schaufelten. Nach einigen Minuten hörten sie auf und wollten weggehen. Ich fragte sie, warum sie nicht weitermachten. Einer der Männer drehte sich um und sagte:„Wir sind zu früh dran – er kommt erst in zwei Wochen…“

Ich wachte voll Entsetzen auf und erzählte alles meinem Mann. Er versuchte mich zu beruhigen, aber ich war außer mir vor Angst. Am nächsten Morgen verunglückte dann Matthias auf dem Weg zur Arbeit. Obwohl ich wußte, dass er trotz der schlimmen Verletzungen wieder gesund werden würde, gingen mir diese Traumbilder nicht mehr aus dem Kopf. Den Jungs hatte ich nichts erzählt, wahrscheinlich hätten sie gelächelt: „Ja, ja, die Mam mit ihrer Angst…“

Als an diesem Freitag Stephan auf das Motorrad stieg und ich ihm einen Kuss gab, sagte er zu mir: „Du bist die beste Mam der Welt – wir sehen uns morgen Mittag!“

Ich sah ihn wirklich am nächsten Mittag: Er lag aufgebahrt in einem Sarg. Sehr blass, sehr kalt und sehr weit weg von mir… Markus und Matthias seine fassungslosen Brüder, Gise, seine Freundin mit der er zusammenziehen wollte, viele seiner Freunde, mein Mann und ich standen weinend und schluchzend bei ihm, streichelten ihn und stammelnden Kosenamen in sein Ohr. Jeder gab ihm etwas mit von sich: Still und zärtlich legten wir Ringe, Halsketten, Fotos, Haarlocken, Zigaretten, Briefe und unzählige Blumen auf und neben ihn. Immer wieder hielt ich seine starren Hände und küsste die kalten Lippen. Gise schnitt ihm ein paar Haarsträhnen ab und das ist das letzte, was von seinem Körper bei uns ist. Solange ich lebe, werden diese letzten Minuten und die letzten Berührungen bei meinem Sohn unvergänglich und unvergesslich sein.Stephan starb um 22 Uhr 10, wie genau der Unfall passierte, weiß man nicht. Es gab keine direkten Zeugen. Er ist in einer langgezogenen Kurve mit dem Motorrad gestürzt und mit dem Rücken an die Leitplanke geprallt. Seine Halswirbelsäule ist gebrochen und er war sofort tot…

DER UNFALL GESCHAH ZWEI WOCHEN NACH MEINEM TRAUM.

© Monika Peter © by girasol-team

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Monika Peter hat ihre Trauer schriftlich verarbeitet und dabei das unten vorgestellte Buch geschrieben:
„Das Leben geht weiter … sagen sie …“

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Erschienen 2005 – Roch Druck GmbH
104 Seiten (16,5 x 16,5 cm Hardcover) – ISBN: 3000118772
Preis: EUR 15,90

Zur Erinnerung an Jörg und Frank

geboren und gestorben am 23. november 1972

„… und Liebe ist unendlich …“

Schon immer wünschte ich mir eine große Familie und träumte von fünf Kindern, aber weil ich als Baby an Rachitis und später an Kinderlähmung erkrankte, sollte das wohl ein Traum bleiben. Diese Diagnose sagten die Ärzte damals meinen Eltern und später auch mir. Ich wollte  das aber nie glauben und hatte damit auch recht:

Am 11. September 1967 bekamen mein Mann und ich Stephan, unseren ersten Sohn. Fast drei Jahre später war Markus da und ich war die glücklichste Mama der Welt.

Im Sommer 1972 erfuhr ich, dass ich wieder schwanger war. Dieses Mal war „es“ nicht geplant, weil wir gerade ein Haus bauten, aber wir freuten uns trotzdem.

Mein Mann wünschte sich ein Mädchen, aber ich war überzeugt, dass es wieder ein Junge würde. Die Schwangerschaft war von Anfang „anders“: Ich war im dritten Monat schon so dick, wie die anderen Schwangeren im fünften Monat. Damals gab es nur in Universitätskliniken Ultraschallgeräte und die waren natürlich noch im Entwicklungsstadium. Ich musste in die Uni Ulm und dort stellten die Ärzte fest, dass ich schon fast 10 Liter Fruchtwasser in der Gebärmutter hatte. Ich litt unter Atemnot und musste immer liegen.

Stephan und Markus wurden bei den Großeltern untergebracht.

Ich hatte Sehnsucht nach meiner Familie und machte mir große Sorgen.

Mein Bauch wurde immer dicker und die Ärzte immer ratloser. Mein Baby machte dauernd Turnübungen, so was hatte ich bei den anderen Schwangerschaften nicht erlebt. Als sie mich einmal fragten, wie es mir geht sagte ich: „Jetzt weiß ich wie sich der Wolf fühlte, als er die sieben Geißlein im Bauch hatte!“

Aber die Ärzte versicherte  mir, dass ich „nur eines drin“ hätte.

Schließlich wurde eine Drainage in die Gebärmutter gelegt, damit das überschüssige Wasser ablaufen konnte und ich wusste jetzt auch, wie die „Krankheit“ hieß, an der ich mit meinem Baby litt: „Hydramnion“…, damit konnte ich aber nichts anfangen und niemand klärte mich richtig auf.

Mir ging es immer schlechter, obwohl Tag und Nacht Wasser durch einen dünnen Plastikschlauch aus meinem Bauch floss. Ich bemerkte voller Angst, dass die Kindsbewegungen ruhiger wurden, aber die Ärzte beruhigten mich – alles normal…

Am 22. November wurde ich auf die Intensivstation gebracht. Inzwischen war ich Anfang siebtem Monat und ich wusste, dass mein Kind nicht überleben konnte, wenn es jetzt geboren würde. Damals hatten so kleine Frühchen keine Chance. Ich sprach mit ihm und flehte es an, noch ein bisschen auszuhalten……

Irgendwann in der Nacht bekam ich starke Wehen und innerhalb weniger Minuten spülte das Wasser ein winziges Baby aus mir heraus. Ich erwartete, dass es mir gezeigt wurde, aber es wurde zur Seite gelegt. „Es ist ein Junge und er ist tot…“, sagte jemand. Natürlich glaubte ich das nicht und bestand weinend darauf es zu sehen.

Sie hielten es mir vor die Augen und ich sah ein kleines dunkelblau angelaufenes Kindchen mit schwarzen Haaren und fest zugekniffenen Äuglein. Ich regte mich furchtbar auf und wollte wissen, warum und weshalb… Aber niemand gab mir eine Antwort, ich bekam eine Spritze und wie durch einen Nebel bemerkte ich, dass ich noch ein Kind gebären würde. Es war noch ein kleiner Junge und ich sah, dass er eine rosige Haut hatte – aber auch er war tot! Ich wollte nach ihm greifen und in streicheln, ich weinte und schrie…

Als ich nach Stunden wieder zu mir kam, saß mein Mann bei mir und sagte leise und traurig, dass ich eineiige Zwillinge geboren hatte. Zwei kleine Buben, die nicht lebensfähig waren. Natürlich wollte ich sie sehen, aber sie waren „weg“! Sie wogen „nur“ 620 Gramm und 520 Gramm, deshalb wurden sie nicht beerdigt. Ich erfuhr, dass man solche Kinder „beilegt“. Was das genau hieß, sagten sie nicht. Das war auch besser so… Heute weiß ich es!

Erst auf mein hartnäckiges Nachfragen wurde mir der Obduktionsbericht gezeigt:

Meine Babies starben nicht, weil ich an „Hydramnion“ litt, sondern weil der Schlauch in meinem Bauch eines davon so schwer verletzte, dass es starb. Deshalb bekam ich eine „Leichenvergiftung“(!) und daran starb auch sein Brüderchen.

Kein Arzt hatte bemerkt, dass ich Zwillinge erwartete!

Ich lebte wochenlang wie unter Betäubung und konnte es nicht fassen, dass ich kein Kind mit nach Hause nehmen konnte. Ich fühlte mich schuldig… ich hatte als Mutter versagt.

Als ich endlich wieder bei meiner Familie war, erzählte ich meinen Buben von ihren kleinen Brüdern Frank und Jörg. Sie waren enttäuscht dass ich ohne das versprochene Geschwisterchen heimgekommen war. Da sagte ich ihnen, dass die beiden lieber auf einem Sternchen wohnten und immer bei uns sein würden, egal wohin wir auch gingen.

Zwei Jahre später bekamen wir zu unserer großen Freude noch einmal ein Kind. Es war wieder ein Junge, Matthias. Er versöhnte mich etwas mit dem Schicksal.

Die Namen der beiden kleinen Buben stehen nirgends geschrieben. Sie bekamen keine Grabstätte, keine Geburtsurkunde und keine Sterbeurkunde. Sie wurden nicht einmal getauft…

In meiner Verwandtschaft wurden sie nie erwähnt, sogar mein Mann hat noch immer große Probleme über sie zu reden.

Niemand außer mir, hat sie gesehen…

In jeder sternenklaren Nacht suche ich ein blinkendes Sternchen und grüße meine geliebten Sternenkinder.

Und an jedem 23. November zünde ich zwei Geburtstagskerzen an.

Fast 21 Jahre später verunglückte Stephan tödlich – und drei Jahre später auch noch Matthias.

Erst seit dem Tod der großen Brüder haben Frank und Jörg einen „sichtbaren“ Platz bekommen:

Am Grabstein der Großen lehnt ein kleiner Findling und über der Aufschrift:
„… und Liebe ist unendlich …“ glitzern zwei goldenen Sterne.

© Monika Peter © by girasol-team

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Monika Peter hat ihre Trauer schriftlich verarbeitet und dabei das unten vorgestellte Buch geschrieben:
„Das Leben geht weiter … sagen sie …“

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Erschienen 2005 – Roch Druck GmbH
104 Seiten (16,5 x 16,5 cm Hardcover) – ISBN: 3000118772
Preis: EUR 15,90